Ehrenamtliche aus der Region diskutieren mit Politikern Verkehrssicherheitsarbeit in Berlin – Kirsten Lühmann lädt ein zur Verkehrssicherheitskonferenz- Geschwindigkeitsreduzierung Topthema –

"Erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit setzt eine enge Abstimmung von Polizei, Schulen, Kommunen und Ehrenamtlichen voraus", erklärt Kirsten Lühmann anlässlich der Konferenz "Verkehrssicherheitsarbeit in der Praxis - Probleme und Chancen" in Berlin am 21. März 2012.

Kirsten Lühmann, stellvertretende Verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion und ihr Kollege Sören Bartol, Verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, luden Bürgerinnen und Bürger aus ganz Deutschland nach Berlin, die ehrenamtlich oder beruflich mit dem Thema "Verkehrssicherheit" zu tun haben.
Zusammen mit den eingeladenen Fachreferenten suchten die beiden Politiker den Dialog. Sie wollten herausfinden, wie erfolgreiche Verkehrssicherheitsarbeit in der Praxis aussieht und wo Nachbesserungsbedarf besteht. "Wir wollten erfahren, wo Politik seinen Beitrag leisten kann, damit unsere Straßen in Zukunft noch sicherer werden", sagt Kirsten Lühmann.
Auch Vertreter aus der Region Celle-Uelzen waren nach Berlin gereist, um von ihren Erfahrungen zu berichten und neue Ideen und Impulse mit Kollegen und Kolleginnen auszutauschen.
Nach einem in das Thema einführendem Statement von Hubertus Heil, Vertreter der SPD-Fraktionsspitze, stellte Siegfried Brockmann, Leiter der Unfallforschung der Versicherer, die Frage, ob die Vision "keine Verkehrstoten" auf unseren Straßen Utopie oder eine realistische Option ist. In seinem Vortrag und in der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass das Thema "Geschwindigkeit" dabei eine wesentliche Rolle spielt. "Umso trauriger ist es, dass das Thema Geschwindigkeit im neuen Verkehrssicherheitsprogramm der Bundesregierung keine Rolle spielt", stellt Kirsten Lühmann fest und nennt ein Beispiel: bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h liegt die Wahrscheinlichkeit, dass ein 20 Meter entfernt gehender Fußgänger, wenn ihn der PKW erreicht, tödlich verletzt wird, bei 10 Prozent. Bei einem 50 km/h schnellen Fahrzeug beträgt die Wahrscheinlichkeit 80 Prozent.
Martin Mönnighoff von der Deutschen Hochschule der Polizei mahnte ebenfalls ein Ende des "Geschwindigkeits-Hypes" an. Er rechnet fest mit weniger Verkehrstoten bei einer generellen Geschwindigkeitsreduzierung. Außerdem forderte er eine "Nationale Koordinierungsstelle für Verkehrssicherheit", um die Arbeit der Länderpolizeien und des Bundes besser zu koordinieren.
Peter Vinke von der Deutschen Verkehrswacht und langjähriger Berater für Verkehrssicherheit an Schulen plädierte dafür, mehr in die Verkehrserziehung in Kindergärten und Schulen zu investieren, machte jedoch gleichzeitig deutlich, dass "Verkehrserziehung ohne Eltern keinen Sinn mache". Eltern seien ein Vorbild, an dem sich Kinder orientieren – auch im Straßenverkehr.
Dem konnte Janet Rettig vom ACE nur beipflichten. Sie stellte das Projekt Mobilili des ACE für mehr Verkehrserziehung an Kindergärten vor und sagte "wir versuchen bei allen Projekten die Eltern zu mobilisieren".
Theo Jansen, Leiter der Koordinierungsstelle Mobilitätsmanagement Nordrhein-Westfalen, forderte die kommunalen Vertreter und Vertreterinnen auf, Ziele für mehr Verkehrssicherheit zu formulieren, um daraus eine Strategie für die jeweilige Region zu erarbeiten. Wichtig sei es bei der Definition von Zielen die Bedürfnisse zum Beispiel ältere Menschen und Familien mit Kindern einzubeziehen. "Ich wünsche es jedem mit einem Zwillingswagen oder einem einfachem Kinderwagen durch die Stadt zu gehen", erklärte Jansen und berichtete, dass laut einer Umfrage die meisten Bürgerinnen und Bürger zum Thema Verkehrssicherheit sich Veränderungen im Bereich der Fuß- und Radwege wünschten.
Nach vier Diskussionsrunden zeigten sich alle Teilnehmenden sehr zufrieden mit der Konferenz. "Es hat sich gezeigt, dass jeder von uns alleine nicht weiterkommt. Wir müssen Plattformen bilden, jeder muss sich in seinem Bereich spezialisieren und wir müssen an einem Strang ziehen, wenn es darum geht, unsere Straßen sicherer zu machen", stellte Kirsten Lühmann fest.