Für Sicherheit im Verkehr sorgen viele Helfer – Bundesweiter „Tag der Verkehrssicherheit“ am 16. Juni

„‚Vision zero‘ ist das Ziel, auf das wir hin arbeiten. Aus der Utopie, dass der Verkehr auf unseren Straßen eines Tages keine Todesfälle verursachen wird, beziehen wir die Motivation für unsere Arbeit und unser Engagement. Die Vision Null ist eine wichtige verkehrspolitische Utopie,“ sagt Kirsten Lühmann, stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung der SPD-Bundestagsfraktion zum bundesweiten Tag der Verkehrssicherheit am 16. Juni.

Zurück in die Realität: Im Jahr 2011 ist die Zahl der Verkehrstoten erstmals seit 20 Jahren gestiegen – 3991 Menschen starben und damit 343 mehr als ein Jahr zuvor, so die Zahlen des Statistischen Bundesamtes. „Das zeigt,“ so Kirsten Lühmann, „politisches Handeln ist nach wie vor gefordert – sowohl in der Präventionsarbeit als auch bei der Umsetzung konkreter Maßnahmen, die Unfallursachen verringern.“

„Tempo 30 rettet Leben,“ sagt Kirsten Lühmann. Die SPD-Bundestagsfraktion fordert daher, Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit einzuführen. Die Wissenschaft beweist, dass das Unfallrisiko bei Tempo 30 deutlich sinkt durch den verkürzten Bremsweg und wenn es doch zum Zusammenstoß kommt, sind die Verletzungen leichter. Neben hoher Verkehrssicherheit reichen die Vorteile von der Lärmreduktion und dem Umweltschutz bis hin zur Steigerung der Lebensqualität und einer Anpassung an eine Gesellschaft, deren Verkehrsteilnehmende immer älter werden.

„Aber das allein wird nicht reichen. Weitere Maßnahmen müssten von der Politik und den Fachleuten auf ihre Wirksamkeit hin getestet und diskutiert werden,“ so Lühmann. Aktuell wird die Einführung der 0,0 Promillegrenze für Fahrer von Kraftfahrzeugen gefordert. „Diese Diskussion finden wir wichtig, genauso wie eine andere Maßnahme, das Mehrphasenmodell für Fahranfangende“. In Österreich werden zum Beispiel bei sogenannten Feedbackfahrten einige Monate nach Erteilung der Fahrerlaubnis Fehler besprochen, die sich inzwischen eingeschlichen haben. Seit der Einführung verzeichnet Österreich 30 Prozent weniger Unfälle in der Altersklasse der 17 bis 24 Jährigen.

„Verkehrssicherheitsarbeit hat aber zu einem großen Teil auch etwas mit Bewusstseinsbildung zu tun – von klein an bis zum Erwachsenenalter. Der Erfolg der Sicherheitsarbeit im Straßenverkehr steht und fällt, mit dem Verhalten aller Verkehrsteilnehmenden, die riskantes Verhalten abstellen und im Zweifel Rücksicht nehmen anstatt auf dem Recht zu beharren. Hier ist der Einsatz der ehrenamtlichen Helfer enorm. Ich spreche allen Akteuren dafür meinen Dank aus, stellvertretend für alle Menschen, die durch diese Arbeit von einem Verkehrsunfall verschont wurden,“ sagt Kirsten Lühmann.