Kein Lohndumping an Flughäfen!

Ein Zeichen gegen die Liberalisierung der Bodenverkehrsdienste setzten am Dienstag die Abgeordneten im Verkehrsausschuss des Europäischen Parlamentes. Sie lehnten mit ihrer Abstimmung die Pläne der Europäischen Kommission ab. Kirsten Lühmann, die für den Bereich Flugverkehr in der SPD-Bundestagsfraktion zuständig ist, begrüßt die Entscheidung ihrer Kollegen und Kolleginnen in Brüssel.

„Das ist eine positive Nachricht. Nicht nur für die Mitarbeitenden sondern auch für die Fluggäste. Die zwangsweise Zulassung weiterer Anbieter würden Lohn- und Sozialdumping Tür und Tor öffnen und damit auch die Sicherheit des Flugverkehrs gefährden“, sagt Kirsten Lühmann zu dem Abstimmungsergebnis.

„Bereits heute sind die Arbeitsbedingungen des Personals in diesem Bereich sehr schwierig, einige Beschäftigte sind sogar auf ergänzende Hilfe des Staates angewiesen. Angesichts dieser Verhältnisse den Markt noch weiter zu öffnen, halte ich für fahrlässig. Hier wird an der falschen Schraube gedreht, so kann man dauerhaft keine Gewinne machen.“

Erstmals wurden die Bodenverkehrsdienste 1996 liberalisiert. Die Kommission will nun dritte und weitere Anbieter bei der Lizenzvergabe zulassen und die Bodenverkehrsdienste von den Flughafengesellschaften trennen. „Die Europaparlamentarier müssen das Signal der Verkehrspolitiker ernst nehmen und die Pläne in Brüssel endgültig stoppen und damit Arbeitsverhältnisse, Lohnniveau und die Qualität bei der Abfertigung schützen“, erklärt Lühmann.

In Deutschland arbeiten 20.000 Menschen am Boden der Flughäfen. Aus Furcht vor Stellenverlust und Lohndumping haben am Dienstag mehrere Tausend Flughafenmitarbeiter gegen die weitere Deregulierung der Bodenverkehrsdienste in Brüssel demonstriert. Zu den Bodenverkehrsdiensten gehören die Abfertigung von Fluggästen, Gepäck, Fracht und Post, Vorfelddienste, Betankung, Reinigung, administrative Abfertigung und Überwachung, Flugzeugservice, Stationswartung, Flugbetriebs- und Besatzungsdienste, Bodentransport sowie Catering.