Kältemittel in Klimaanlagen – problematisch für Sicherheit

Angesichts der neuen Erkenntnisse zu den möglichen Sicherheitsrisiken des Kältemittels R1234yf fordert Kirsten Lühmann als zuständige Berichterstatterin der SPD-Bundestagsfraktion den Verkehrsminister Ramsauer auf, unverzüglich zu handeln.

Obwohl das Kältemittel R1234yf international zugelassen ist, machen sich nun Zweifel am sicheren Einsatz dieses Mittels breit – ausgelöst durch eine Studie von Mercedes-Benz. Erste Autohersteller haben angekündigt, das Kältemittel nicht mehr in ihren Autos zu verwenden.

Kirsten Lühmann: „Minister Ramsauer muss bei EU-Kommissar Siim Kallas intervenieren. Momentan bestehen ernst zu nehmende Zweifel an der Sicherheit des Kältemittels R1234yf. Bei einem Test hat sich gezeigt, dass sich das Mittel bei einem Autounfall im heißen Motorraum entzünden kann. Dieser Gefahr können wir die Verkehrsteilnehmenden nicht aussetzen. Herr Ramsauer muss dafür Sorge tragen, dass das Mittel erst verpflichtend zum Einsatz kommt, wenn die Sicherheitsbedenken ausgeräumt sind.“

Eigentlich sollte R1234yf ab dem 1. Januar 2011 europaweit in allen neuen Autos verwendet werden, die ihre Typzulassung zu diesem Datum erhalten haben. Aufgrund von Lieferschwierigkeiten des Kältemittelherstellers wurde diese Frist zunächst auf den 1. Januar 2013 verlängert. „Nun muss Herr Ramsauer erreichen, dass diese weiter verschoben wird“, erklärt Lühmann.

Bis dahin seien begleitende wissenschaftliche Versuche durchzuführen, die weder vom Hersteller des Kältemittels noch von der Automobilindustrie in Auftrag gegeben werden. Vielmehr müsse der Staat handeln, um zweifelsfrei zu klären, wie das Kältemittel im Falle eines Crashs reagiert – sprich unter Hochdruck und im heißen Motorraum. „Erst wenn wir diese Ergebnisse kennen, können wir weitere Schritte diskutieren“, so Lühmann. „Die EU kann uns doch nicht zwingen, Autos auf die Straße zu schicken, bevor nicht sicher ist, dass sie keine Gefahr darstellen. Deswegen: Herr Ramsauer, handeln Sie! Jetzt!“