Platt snacken im Bundestag

Bundestag einmal anders: Am Donnerstagabend bewiesen die Abgeordneten des deutschen Bundestags ihre sprachliche Gewandtheit und hielten ihre Reden auf friesisch, plattdeutsch und sorbisch. Lediglich Romani war die einzig deutsche Minderheitensprache, die nicht zu hören war.

Grund für diese sprachliche Explosion im Bundestag war ein überfraktioneller Antrag zum Schutze der Regional- oder Minderheitensprache. Vor 20 Jahren wurde die Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen ratifiziert. Dieses Jubiläum sollte nun Anlass sein, die Einhaltung der Charta zu evaluieren.

Nicht nur Sprachen wie die saterfriesische, nordfriesische oder sorbische, die alle von der UNESCO als besonders gefährdet eingestuft worden sind, benötigen Schutz und Bewahrung.
Auch Sprachen, die von unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Migrationshintergrund gesprochen werden, sind gefährdet. Genauso schwer wie die Integration ist nämlich der Erhalt der Kultur, die man neben der deutschen in sich trägt. Sprache ist identitätsstiftend.

So heißt es in dem Antrag der Abgeordneten: „Die Bewahrung und Fortentwicklung der Sprache sind insbesondere für nationale Minderheiten notwendige Bedingungen, um das kollektive Gedächtnis – bestehend aus gemeinsamen tradierten kulturellen Erfahrungen – lebendig zu halten.“

Eine Möglichkeit Sprache als Kulturgut zu bewahren, ist sie an Schulen mit in den Lehrplan aufzunehmen. Dadurch haben Sprachgruppen, wie etwa die kurdisch stämmige Bevölkerung die Möglichkeit ihre Mutter- oder Zweitsprache zu lernen bzw. zu sprechen und so – ganz nebenbei – die deutsche Kultur zu bereichern.

Die Reden finden Sie hier.