Kirsten Lühmann warnt vor Radikalisierung von Frauen

Anlässlich des internationalen Frauentags am 8. März betont die Vorsitzende der CESI FEMM Kommission, Kirsten Lühmann, dass die mangelnde politische Aktion den vielfältigen Ansprüchen an Frauen nicht gerecht wird. Die widersprüchlichen Erwartungshaltungen an ihre Rollen stürzen viele Frauen in Zweifel und können manche empfindsam für radikale Tendenzen machen.

Frauen sehen sich immer noch vieler struktureller Ungleichheiten gegenüber gestellt: Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen, an die jedes Jahr mit dem Equal Pay Day erinnert wird, Unterrepräsentierung von Frauen in wirtschaftlichen und politischen Führungspositionen, sowie die noch immer weit verbreitete Gewalt gegen Frauen in Europa.

Zusätzlich müssen Frauen sich einem Komplex widersprüchlicher Erwartungen und Problemen stellen, die die Politik bislang nur unzureichend gelöst hat. Einerseits eröffnen gute Ausbildung und überdurchschnittliche Leistungen vielen Frauen hervorragende berufliche Erfolgsaussichten. Zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und durch umfassende Kompetenzen stellen Frauen für die Wirtschaft längst einen Vorteil dar.

Andererseits sind es noch immer Frauen, die sich vorwiegen um Familie, Kindererziehung und Pflege von Familienangehörigen kümmern, während flächendeckende Kinderbetreuungs- und Pflegeangebote von der Politik nur unzureichend bereitgestellt werden. Männer dagegen sind vielfach noch nicht so weit, sie in dieser Hinsicht zu entlasten und ihren Teil der Verantwortung zu tragen.

Die partnerschaftliche Familie, in der der Mann sich im gleichen Maße um Kinder und Haushalt kümmert, ist noch weit von der Realität entfernt. Dies bewirkt, dass insbesondere Frauen in ihrer Karriere zugunsten der Familie zurückstecken und beruflich pausieren oder ganz aufhören. Dabei sehen sich Frauen leichter der Gefahr der Altersarmut ausgesetzt, wenn sie nicht genug in die Sozialkassen einzahlen. Hier wirken sich Direktzahlungen, die Frauen dazu ermutigen sollen, zuhause zu bleiben und die Kinderbetreuung zu übernehmen statt zu arbeiten kontraproduktiv aus.

Die Vorsitzende der CESI FEMM Kommission Kirsten Lühmann weist auf die Komplexität und Widersprüchlichkeit in der Rollen und Erwartungshaltungen hin, denen Frauen gerecht werden sollen, aber mangels struktureller Voraussetzungen oft nicht erfüllen können. Sie warnt vor der Tendenz, dass sich gewissen Frauen zunehmend radikalen Tendenzen zuwenden, die für eine klare -rückwärtsgewandte – Rollenzuteilung stehen: „Es muss verhindert werden, dass Frauen in die rechte Szene oder in radikale religiösen Milieu abdriften, weil die Politik nicht Ihre Arbeit tut“, so Lühmann.