Equal Pay Day – Lohngerechtigkeit zwischen Frauen und Männern muss Gesetz werden

„Auch 2014 gibt es noch gravierende Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern. Frauen verdienen in Deutschland bei gleicher Qualifikation und gleicher geleisteter Arbeit häufig weniger als Männer. Im EU-Vergleich liegt Deutschland auf einem der letzten Plätze“, sagte Kirsten Lühmann, SPD-Bundestagsabgeordnete aus Celle/Uelzen, bei der Demonstration zum Equal Pay Day am Brandenburger Tor.

„Der Lohnunterschied liegt insgesamt bei 22 Prozent. Die bereinigte Lohnlücke, also der Vergleich zwischen Männern und Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen und Lebensläufen, beträgt zwischen 7 und 8 Prozent. Dieser Unterschied ist alleine auf das Geschlecht zurückzuführen“, so Kirsten Lühmann.

Dies widerspreche nicht nur dem Grundgesetz nach dem Gleichheitsprinzip der Geschlechter, sondern habe gesamtgesellschaftlich weit reichende Folgen. Das zeige sich spätestens bei einem Vergleich der Renten von Frauen und Männern. Die Differenz bei der Alterssicherung liege derzeit bei 60%. Ursachen seien neben der Lohnungleichheit längere Unterbrechungszeiten durch Kindererziehung und die Pflege von Angehörigen, sowie die überproportionale Beschäftigung von Frauen in Minijobs und Teilzeitarbeit. „Altersarmut ist in Deutschland weiblich“, so Lühmann.

„Von alleine wird sich nichts ändern, das zeigen die letzten Jahre. Wir brauchen eine Doppelstrategie: Erstens ein Gesetz gegen Lohndiskriminierung, das Transparenz über den Lohn im Betrieb und in Tarifverträgen herstellt sowie verbindliche Verfahren einsetzt, mit denen Lohnungleichheit beseitigt wird. Und zweitens brauchen Männer und Frauen dieselben Rahmenbedingungen im Arbeitsleben, so dass Frauen sich ihrem beruflichen Fortkommen widmen können. So können die strukturellen Ursachen der Lohnlücke ausgeschaltet werden“, sagte Lühmann.