Grenzenlos alternative Kraftstoffe tanken

Das Europaparlament hat vorgestern die Richtlinie für den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe verabschiedet. Wenn im Juni der Rat noch seine Zustimmung gegeben hat, ist der Weg frei, die Richtlinie in nationales Recht umzusetzen.

„Nachdem sich die Länder der EU im vergangenen Jahr auf einen europaweit genormten Stecker für Elektrofahrzeuge geeinigt hatten, könnten Fahrzeugführende zukünftig an jeder Ladesäule ohne lästige Adapter und mit kurzen Ladezeiten Strom tanken – wenn es denn ausreichend Ladestationen geben würde“, so Lühmann.

Die Fahrzeugindustrie bietet bereits eine breite Palette von alltagstauglichen Fahrzeugen mit alternativen Antrieben mit und ohne Elektromotor an. Im Betrieb sind diese Modelle deutlich günstiger, in Fahreigenschaften und Komfort stehen sie inzwischen den herkömmlichen Benzin- und Dieselmotoren in nichts nach. Die mangelnde Akzeptanz liegt jetzt neben dem höheren Anschaffungspreis hauptsächlich an der fehlenden Sicherheit, die Autos überall in Deutschland und auch im Urlaub
europaweit betanken zu können.

In diesen Tagen wird gerade zurecht über die u.a. wegen fehlenden Regens bereits ungewöhnlich hohe Feinstaubkonzentration in unseren Städten gesprochen. Der Straßenverkehr ist ein bedeutender Verursacher von klimaschädlichen Treibhausgasen und Feinstaub, der durch einen Wandel zu emissionsärmeren Fahrzeugen und Antrieben wie Gas und Strom deutlich entschärft werden könnte. Nach der EU-Entscheidung könnte jetzt eigentlich der Aufbau einer Infrastruktur für alternative Kraftstoffe auch in Deutschland nach europaweit gültigen Standards zügig vorangetrieben werden. Der gerade zum wiederholten Male gestartete Versuch, beim Hundertwasserbahnhof und an den anderen Bahnhöfen im Landkreis (wie in Bad Bevensen) eine jederzeit nutzbare Stromtankstelle zu installieren, geht hier in genau die richtige Richtung.
Gerade für den Tourismus und unseren Durchgangsverkehr ist aber außerdem schon lange eine Erdgastankstelle überfällig. Hier hat unser Landkreis bundesweit ein peinliches Alleinstellungsmerkmal. Kirsten Lühmann setzt sich daher für eine Ökotankstelle für alternative Kraftstoffe ein – warum nicht beim Hundertwasserbahnhof. Damit es nicht heißt: Ganz Europa ist mit Ökotankstellen vernetzt… Ganz Europa? Nein! Eine von unzeitgemäßen Energieunternehmen versorgte Region im Norden Deutschlands hört nicht auf, der Energiewende auch im Verkehr Widerstand zu leisten…