Irakische Jesiden brauchen Hilfe

Etwa 200.000 Jesiden, die im Nordirak vor der Schreckensherrschaft des „Islamischen Staates“ (IS) geflohen sind, brauchen dringend Hilfe. Viele Flüchtlinge sitzen abgeschnitten in den Bergen und benötigen Wasser, Nahrung und Medikamente. Die internationale Gemeinschaft steht vor einer neuen großen Herausforderung. Lesen Sie dazu ein Statement von Kirsten Lühmann und die Pressemitteilung von Frank Schwabe, dem menschenrechtspolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion.

Das Statement von Kirsten Lühmann:

„Den Menschen im Irak, die von den grausamen Terroristen des IS verfolgt werden, muss schnell geholfen werden. Dabei ist es ein Lichtblick, dass die kurdischen Autonomiegebiete im Nordirak als einziges relativ stabiles Gebiet der Region Flüchtlinge egal welcher Religion oder Volkszugehörigkeit  aufnehmen. Damit zeigen sie, dass Menschlichkeit und religiöse Vielfalt für die Kurden insbesondere im Irak einen hohen Wert haben. Allerdings benötigt die Region jetzt dringend Unterstützung bei der Hilfe für die Verfolgten. Die UNO sollte über ihre Flüchtlingshilfe sofort ein Nothilfeprogramm einrichten, um die Flüchtlinge im kurdischen Autonomiegebiet im Nordirak sowie in den Nachbarländern aufzufangen. Ich bitte auch Außenminister Frank-Walter Steinmeier darum, sich dafür einzusetzen. Zurzeit bin ich dabei, für die Föderation yezidischer Kurden einen Kontakt zum Auswärtigen Amt herzustellen.“

Hinweis: in den kommenden Tagen werden Unterschriften für eine Resolution gesammelt, die die Bundesregierung und das Auswärtige Amt dazu auffordert, den Jesiden im Irak zu helfen. Die Unterschriften-Liste können Sie u. A. bei den Infoständen von Kirsten Lühmann unterschreiben.

Pressemitteilung von Frank Schwabe, menschenrechtspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion:

„Die Dschihadisten des „Islamischen Staates“ gehen brutal gegen alle Nicht-Sunniten vor. Jetzt trifft es vor allem die religiöse Minderheit der Jesiden, nachdem die IS deren traditionelles Siedlungsgebiet rund um Sindschar erobert hat. Tausende Jesiden sollen sich Hals über Kopf in die Berge geflüchtet haben, unter ihnen 25.000 Kinder. Sie mögen zwar vorerst ihr Leben gerettet haben – verloren sind sie dennoch, wenn sie nicht so rasch wie möglich mit Wasser und Nahrungsmitteln versorgt werden.

Wenn der Landweg zu den Flüchtlingen abgeschnitten ist, muss eine Versorgung aus der Luft geprüft werden, auch wenn diese noch so schwierig ist. Die internationale Hilfsmaschinerie läuft auf Hochtouren, um zu sondieren, wie die Hilfe am erfolgversprechendsten organisiert werden kann. Der deutsche Botschafter hat sich gestern in Erbil selbst über die Lage informiert. Die Bundesregierung muss Alles tun, um den Menschen zu helfen.

Ein hoffnungsvolles Zeichen ist, dass die irakische Zentralregierung und die Kurden militärisch gemeinsam gegen die islamistischen Kämpfer vorgehen und das Gebiet zurückerobern wollen. Die Zeit drängt jedoch. Einige Jesiden wurden bereits getötet. Der systematische Angriff auf Zivilisten – in diesem Fall auf eine religiöse Minderheit – ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Deshalb gibt es keine Alternative zu entschlossenem Handeln.“