Kirsten Lühmann zur aktuellen Diskussion um das Alpha E: Kollege Pols versteckt sich hinter Ahnungslosigkeit

Die Diskussion um das Alpha E zur Seehafenhinterlandanbindung auf der Schiene ist durch den Lüneburger Bundestagsabgeordneten Eckhard Pols um eine weitere Nebelkerze reicher geworden.

Kollege Pols fordert mich in der heutigen AZ zu einer Klarstellung auf, die ich auch gern dazu nutzen möchte, seinem offensichtlichen Informationsdefizit ein wenig abzuhelfen.
Obgleich die Informationswege von Abgeordneten seiner Fraktion zum CSU-geführten Verkehrsministerium nicht die schwierigsten sein sollten, und auch alle Abgeordneten von diesem gleichermaßen zum Bundesverkehrswegeplan und auch zu den Plänen für unsere regionalen Projekte wie dem Alpha E informiert wurden, hat Kollege Pols seine Post offenbar noch nicht gelesen. Unangenehm aufgefallen ist mir in diesem Zusammenhang auch, dass Kollege Pols trotz vorhandener Einladung nicht zu einem Gespräch zu genau diesem Thema beim Uelzener Landrat Dr. Blume erschienen ist und sein Büro auch nicht vertreten war. Sonst wäre ihm sicher auch wieder eingefallen, dass nicht die DB und ihr Aufsichtsrat, sondern das CSU-Ministerium federführend bei der aktuellen Planung ist.
Nun kenne ich den Kollegen Pols aus verschiedenen Zusammenhängen schon länger und nehme ihm eine Ahnungslosigkeit dieser Dimension daher nun doch nicht ganz ab. Vielmehr reiht es sich ein in eine lange Reihe von Fehlinformationen, mit deren Hilfe das Ergebnis des Dialogforums Schiene Nord insgesamt mit allen Mitteln revidiert werden soll.
Fakt ist: Es ist kein viertes Gleis für die Bestandsstrecke geplant! Lediglich fahrplanbasierte Ausweichmöglichkeiten wird es an einigen Stellen außerorts geben, um schnellere Züge passieren zu lassen. Eine Bewertung dieser Ergänzung des Abschlussberichtes des Dialogforums Schiene Nord wird sicher der Projektbeirat Alpha E übernehmen. Ich wünsche mir auch zu dieser Frage eine rege Beteiligung aller Betroffenen im weiteren Verfahren. Zur Frage eines dritten Gleises bei Ortsdurchfahrten mit schwieriger Raumsituation wie in Lüneburg, Deutsch-Evern oder Bad Bevensen wird auch eine mögliche Umfahrung Thema der Runden Tische mit den Kommunen und Anwohnenden sein. Dies ist im Bundesverkehrswegeplan auch deutlich gemacht worden.