Diesel-Nachrüstung: „Wir können das.

SPD – Verkehrs AG lädt zum Fachgespräch

 

Sechzig Teilnehmende plus vier Diesel-Nachrüstfirmen aus dem deutschen Mittelstand trafen sich diese Woche zu einer knapp dreistündigen Fachgesprächsrunde. „Es war eine sachhaltige und zielführende Diskussion“, so Sören Bartol, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion.

Aus der mittelständischen „Nachrüstszene“ anwesend waren Henning Middelmann, Geschäftsführer der Twintec AG, Hermann-Josef Schulte, HJS Emission Technology, Christian Elvers, GoDiesel UG sowie Hubert Mangold, Geschäftsführer der Oberland Mangold GmbH.

Dieselbesitzende sind von Fahrverboten bedroht, ihre Autos erleiden einen massiven Wertverlust. Wie kann man dem begegnen? Alle Unternehmen stellten technisch ausgereifte Nachrüstvarianten vor. Und alle erreichen, erwiesen durch Test beim ADAC und der Deutschen Umwelthilfe, ein Ziel: Die NO2-Werte werden massiv gesenkt und damit die Luft in den Städten sauberer. Fahrverbote würden damit verzichtbar. „Nachrüstung ist anspruchsvoll, aber keine Rocket-Science“, so Arno Klare, der Dieselexperte der SPD-Fraktion.

Man brauche vor allem Planungssicherheit und damit eine realistische wirtschaftliche Perspektive, lautetet der Appell an die Politik. Dazu gehöre prioritär, dass so schnell wie möglich die Nachrüstlinie erstellt wird. Zuständig ist hier das Verkehrsministerium. Es könne keiner investieren, wenn man nicht wisse, ob für Nachrüstung ein Markt entsteht.

„Wie schnell können sie liefern?“, fragte eine Teilnehmerin. Man stehe sozusagen Gewehr bei Fuß müsse aber auf die Details der Nachrüstrichtlinie warten, weil man sonst ins Blaue plane. Die Rede war davon, dass noch „zu viel Nebel“ auf der (politischen) Straße sei. Diesen Nebel könne und müsse der Bundesverkehrsminister lichten.

Die konkreten Forderungen der Nachrüstfirmen:

  1. Man benötige Planungssicherheit, also eine detaillierte Nachrüstrichtlinie so rasch wie möglich.
  2. Es bedürfe der finanziellen Unterstützung bei den Vorlaufkosten, weil sonst die variantenreichen Spezifikationen nur schwer entwickelt werden könnten. Schulte brachte hier die 250 Millionen der Hersteller ins Spiel, die diese ins Bundesprogramm „Saubere Luft“ einbezahlt haben. Er erntete dafür zustimmendes Nicken vom Verband der Deutschen Automobilhersteller (VDA).
  3. Die Nachrüstung müsse auch geöffnet werden für Euro 4 und nicht beschränkt bleiben auf die 15 „Intensivstädte“.
  4. Man müsse Zugriff auf Serienkomponenten der Fahrzeugindustrie bekommen und dies auch zu Pkw-Herstellerpreisen.

Die Politik sei jetzt am Zug, so die Hersteller unisono, in erster Linie sei der Bundesverkehrsminister gefragt. Daimler hat bereits reagiert und zu einem Roundtable alle Nachrüster nach Stuttgart gebeten. Eine entsprechende Einladung von VW steht noch aus. Von den Vertretern der Wolfsburger Autobauer in der Runde wurde Bereitschaft dazu signalisiert.

„Wir nehmen mit, dass Nachrüstung geht und nicht erst entwickelt werden muss“, stellte Kirsten Lühmann in ihrem Schlusswort fest. Die Politik muss jetzt ihre Hausaufgaben machen und das in hohem Tempo. „Wir haben schon drei Jahre verloren“, so Lühmann. Jetzt müsse schnell gehandelt werden. „Die Bürgerinnen und Bürger warten darauf.“