Antibiotika-Resistenzen bei Mensch und Tier vermindern

Am Freitag hat der Bundestag erstmalig den Antrag der Koalitionsfraktionen „Antibiotika-Resistenzen vermindern – Erfolgreichen Weg bei Antibiotikaminimierung in der Human- und Tiermedizin gemeinsam weitergehen“ beraten.

Erreger verändern sich ständig. Die zunehmende Entwicklung von Antibiotika-Resistenzen stellt weltweit ein bedrohliches und hochkomplexes Problem dar – auch in Deutschland. Es besteht zunehmend das Risiko, dass bislang wirksame Medikamente gegen bakterielle Infektionen gar nicht mehr oder nur noch begrenzt helfen. Für das Weltwirtschaftsforum zählen Antibiotika-Resistenzen zu den größten Risiken der Weltwirtschaft.

In dem Antrag fordern die Fraktionen von SPD und CDU/CSU die Bundesregierung unter anderem auf, die Gesundheit von Mensch und Tier im Bereich der Resistenzproblematik gemeinsam (so genannter One-Health-Ansatz) und im nationalen wie im internationalen Rahmen zu betrachten. Deshalb sollen die Überwachungssysteme zum Antibiotika-Verbrauch gestärkt werden. Ebenso sei die Qualität der Antibiotika-Verordnungen zu verbessern und die Bevölkerung weiter für das Thema zu sensibilisieren. Zudem sei ein einheitlicher Rechtsrahmen für ein umfassendes Hygiene-, Gesundheits- und Haltungsmanagement in der Tierhaltung zu entwickeln. Insgesamt beinhaltet der Antrag 26 Forderungen an die Bundesregierung.

So sollen Nutztierhalter dazu verpflichtet werden, transparenter die Dokumentation der Medikamentenabgabe darzustellen und dies den Veterinärbehörden zugänglich zu machen. Auf diese Weise kann zum Beispiel die Behörde bei erhöhten Mortalitätsraten verlangen, einen Plan für ein besseres Haltungs- und Hygienemanagement zu erarbeiten und umzusetzen. Außerdem sollen Nutztierhalter zukünftig einen Bestandstierarzt benennen, der den Gesamt-überblick über den Gesundheitszustand und die Behandlungen der Tiere haben muss. Die für die Tiergesundheit relevanten Daten sollen in einer zu schaffenden Tiergesundheitsdatenbank zusammengefasst werden, durch deren Nutzung Behörden und Wissenschaft an einer weiteren Reduzierung des Antibiotikaeinsatzes auf das absolut notwendige Maß arbeiten können.