Kulturelle Bildung für benachteiligte Kinder weiter ausbauen

Die Koalition will die Bildungschancen für benachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren erhöhen. Im Rahmen eines gemeinsamen Antrags machen die Bundestagsfraktionen von CDU/CSU und SPD Vorschläge für eine Verlängerung und Weiterentwicklung des Bundesprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“, das sich genau das seit 2012 zur Aufgabe gemacht hat.

Die Teilhabe an kultureller Bildung ist für Kinder und Jugendliche die Grundlage für ein selbstbestimmtes und unabhängiges Leben. Kinder und Jugendliche, die in mindestens einer sozialen, finanziellen oder bildungsbezogenen Risikolage aufwachsen, brauchen besondere Förderung. Das trifft aktuell auf mehr als jedes vierte Kind in Deutschland zu (28 Prozent). Kinder Alleinerziehender und von Eltern mit Migrationshintergrund seien überproportional häufig betroffen, heißt es im aktuellen Bildungsbericht der Bundesregierung.

Vor diesem Hintergrund begrüßen die Fraktionen von CDU/CSU und SPD in einem gemeinsamen Antrag die Erfolge des Programms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“, welches das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Jahr 2012 ins Leben gerufen und seitdem konsequent fortgeführt hat. Die Bundesförderung leiste einen wichtigen Beitrag neben dem Engagement von Eltern, Akteuren aus der Zivilgesellschaft und von bildungspolitischen Träger auf allen staatlichen Ebenen einen wichtigen Beitrag für mehr Chancengleichheit.

Von einer „Sternstunde für die kulturelle Bildung in Deutschland“ sprach der zuständige Berichterstatter der SPD-Fraktion Martin Rabanus bei der Einbringung des Koalitionsantrags im Bundestag. Das Programm fokussiere auf benachteiligte Jugendliche, ohne andere auszugrenzen, sagte er. Deshalb fordern die Koalitionsfraktionen die Bundesregierung auf, das Programm „Kultur macht stark“, das bislang bis 2017 begrenzt ist, für weitere fünf Jahre fortzuführen.

Noch mehr junge Menschen sollen profitieren

 

Wichtig ist der SPD-Fraktion, dass das Programm unter Berücksichtigung der bisherigen Erfahrungen weiterentwickelt wird. Es gelte, die Dynamik der ersten Förderphase zu nutzen, um nahtlos Bündnisse und Strukturen zu festigen, sodass noch mehr junge Menschen von kulturellen Bildungsangeboten profitieren können.

Man wolle nun vor allem den administrativen Aufwand reduzieren und die Inklusion weiter stärken, also den Grundansatz verfolgen, Maßnahmen in gemischten Gruppen zusammen mit nicht benachteiligten Kindern und Jugendlichen durchzuführen, betonte Rabanus. Unter anderem biete es sich an, die Antragstellung und die Berichterstattung durch die Träger mit Hilfe standardisierter Formulare und Prozesse zu erleichtern, um gerade Ehrenamtliche zu entlasten. Auch mache es Sinn, Teilnahmenachweise auszustellen, um Lernerfahrungen zu dokumentieren und die Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen sichtbar zu machen.

Darüber hinaus plädieren die Koalitionsfraktionen in ihrem Antrag dafür, „Kultur macht stark“ noch stärker im ländlichen Raum zu verankern. Beibehalten wollen die Fraktionen die Zielgruppe des Programms, bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche im Alter von drei bis 18 Jahren sowie Kinder und Jugendliche aus Flüchtlingsfamilien. Junge erwachsene Geflüchtete bis 26 Jahre können durch eine eigene Förderrichtlinie ebenfalls gefördert werden.

Erleichtern wollen Union und SPD die Förderung von Drei- bis Sechsjährigen. Da der Kita-Besuch grundsätzlich freiwillig ist, sollten Maßnahmen in „Kultur macht stark“ künftig auch während der Kita-Öffnungszeiten angeboten werden können.