Schutz vor unlauteren Geschäftspraktiken

Die Rechte von Verbraucher und Verbraucherinnen werden gestärkt: Sie werden künftig besser vor falschen Bewertungen auf Plattformen, Abzocke auf Ticketbörsen oder bezahlten Rankings auf Vergleichsportalen geschützt. Auch der Schutz bei Kaffeefahrten und Haustürgeschäften wird mit einem in letzter Woche verabschiedeten Gesetzespaket verbessert sowie Rechtssicherheit für Influencer in sozialen Netzwerken geschaffen.

Online-Marktplätze müssen künftig unter anderem darüber informieren, ob es sich beim Anbieter um einen Unternehmer handelt oder nicht. Ticketbörsen müssen auch den ursprünglichen Originalpreis des Tickets angeben. Beim Vergleich von Waren oder Dienstleistungen müssen Plattformen über die Hauptparameter ihres Rankings und deren Gewichtung informieren und ob sie Provisionen erhalten. Bei Nutzerbewertungen darüber, ob und wie sie sicherstellen, dass die Bewertungen tatsächlich von Verbrauchern und Verbraucherinnen stammen.

Verbraucher und Verbraucherinnen können so besser beurteilen, warum welches Produkt oben steht im Ranking und ob Bewertungen seriös sind. Damit werden sie vor Irreführung und Abzocke auf Online-Marktplätzen geschützt.

Influencer und Bloggerinnen müssen ein Posting nur dann als Werbung kennzeichnen, wenn es eine Gegenleistung gibt. Das schafft Rechtssicherheit und Verbraucher und Verbraucherinnen können besser beurteilen, ob sie einer Empfehlung vertrauen wollen oder nicht.

Bei Kaffeefahrten wird der Vertrieb von Medizinprodukten, Nahrungsergänzungsmitteln und Finanzdienstleistungen verboten. Zudem wird die Anzeigepflicht der Veranstaltenden gegenüber der zuständigen Behörde und die Informationspflichten bei der Werbung verschärft. Damit werden insbesondere ältere Verbraucher und Verbraucherinnen geschützt, die hier immer wieder unter Druck gesetzt und über den Tisch gezogen werden.

Verbraucher und Verbraucherinnen bekommen zudem erstmalig einen Schadensersatzanspruch bei unlauteren geschäftlichen Handlungen wie irreführender Werbung.

Wenn ein Vertreter einfach an der Haustür klinget und es zu einem Vertrag kommt, darf dieser künftig keine Sofortzahlung über 50 Euro verlangen.